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aus dem Innersten 2017

vier Konzerte in Hannover mit dem Nomos-Quartett

 

I. „Spätwerke: Neu“                            Fr. 24. März 2017, 20.00 Uhr

                                                            Schwanenburg

 

II. „Intuition“                                        Fr. 19. Mai 2017, 20.00 Uhr

                                                            NDR, Kleiner Sendesaal

 

III. „Drei Welten in g-Moll“                  So. 15. Oktober  2017, 18.00 Uhr

                                                            Friedenskirche

 

IV. „Voces intimae“                             So. 26. November 2017, 19.00 Uhr

                                                            Kreuzkirche

 

Fr. 24. März 2017, 20.00 Uhr

Schwanenburg

I. "Spätwerke: Neu"

Charles Tournemire (1870-1939)

Streichquartett „Musique Orante“ op. 61 (1933)

Alfred Koerppen (*1926)

Streichquartett Nr. 2 (2007)

Ludwig van Beethoven

Streichquartett F-Dur op. 135 (1826)

 

Ludwig van Beethoven schreibt als sein letztes vollendetes Werk das Streichquartett op. 135. Nach den großen, komplizierten, überaus vielgestaltigen op. 130 bis op. 133 entsteht ein „klassisches“, kürzeres, fast heiteres Stück – wie entspannt und befreit. Der Franzose Charles Tournemire, visionärer Komponist von Sinfonien, Opern und großen Orgelwerken, schafft im Alter eine „betende Musik“ für Streichquartett. Mystische, leidenschaftliche Linien durchziehen das farbige Werk. Alfred Koerppen, über Jahrzehnte Professor für Komposition in Hannover, beschließt mit achtzig Jahren sein erstes Streichquartett zu schreiben, bald darauf das zweite. Es wirkt wie ein Querschnitt seines vielfältigen Schaffens: klangsinnlich, mal ernst, mal verspielt und voller Energie!

 

Fr. 19. Mai 2017, 20.00 Uhr

NDR, Kleiner Sendesaal

II. "Intuition"

Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquartett Es-Dur KV 428

Joachim Heintz (*1961)

Streichquartett mit Live-Elektronik (2017) UA

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Karlheinz Stockhausen (1928-2007)

„Aus den sieben Tagen“ Textkompositionen für Intuitive Musik (1968)

in Kombination mit

Ludwig van Beethoven

„Cavatina“ aus dem Streichquartett B-Dur op. 130

Benjamin Britten

„Solo“ aus dem Streichquartett Nr. 3 op. 94

 

Improvisation und Verfremdung: Im zehnten Todesjahr Karlheinz Stockhausens erinnert das Nomos-Quartett an seine Idee einer „Intuitiven Musik“ – nach vorgegebenen kurzen Texten, z.B.: „Spiele eine Schwingung im Rhythmus des Universums, spiele eine Schwingung im Rhythmus des Traumes…“ oder „Spiele einzelne Töne so hingegeben bis Du die Wärme spürst, die von Dir ausstrahlt“. In den einzigartigen Sätzen von Beethoven und Britten bewegt sich die erste Violine quasi improvisierend zum Geflecht der anderen Stimmen. Joachim Heintz verwandelt in seinem neuen für das Nomos-Quartett komponierten Werk die gebrochenen Dreiklänge aus Mozarts „Andante con moto“ des Es-Dur-Quartetts in ganz eigene oszillierende, elektronisch verfremdete Klanglandschaften.

 

So. 15. Oktober 2017, 18.00 Uhr

Friedenskirche

III. "Drei Welten in g-Moll"

Luigi Boccherini

Streichquartett g-Moll op. 32 Nr. 5

Claude Debussy

Streichquartett g-Moll op. 10

Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquintett g-Moll KV 516

mit Charlotte Walterspiel – Viola

 

In Spanien, in Frankreich und in Österreich entstehen drei ganz verschiedene Werke in g-Moll. Der Italiener Luigi Boccherini komponiert in Madrid wunderbare Streichquartette, in seiner ganz eigenen Klangsprache zwischen hinreißendem Schmelz und lebhafter Virtuosität. In Paris entsteht Claude Debussys leuchtendes, flirrendes Streichquartett, welches sein Kollege Paul Dukas verglich mit einem „prächtigen, kunstvoll gestalteten Teppich in exotischen Farben“. Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquintett KV 516 ist geprägt von beinahe schubertschem Changieren zwischen Trauer und Hoffnung. Für Mozart ist g-Moll die Tonart der Sehnsucht und Trauer. Erst der letzte Satz steht in G-Dur, ein rätselhaft unbeschwertes Rondo beschließt dieses Werk, eines der großartigsten der Kammermusik.

 

So. 26. November 2017, 19.00 Uhr

Kreuzkirche

IV. "Voces intimae"

Franz Schubert

Streichquartett a-Moll (D 804) „Rosamunde”

Per Nørgård

Streichquartett Nr. 10 „Herbstzeitlose“ (2005)

Jean Sibelius

Adagio aus dem Streichquartett d-Moll „Voces intimae” op. 56 (1908/1909)

Peteris Vasks

Streichquartett Nr. 5 (2003/2004)

 

Intime Stimmen von Franz Schubert und von Komponisten aus dem Norden. Im zehnten Streichquartett des Dänen Per Nørgård wechseln Überschwang und Kontemplation, bei allem Reichtum der Farben ist für ihn das melodische Element am wichtigsten – wie für Franz Schubert. Sein zartes „Rosamunde-Quartett“ ist, neben kraftvoller Entschiedenheit und auch spielerisch heiteren Szenen, vor allem geprägt vom Gesang wunderbarer Melodien. Jean Sibelius erforscht im zentralen Satz seines Streichquartetts „Voces intimae“ neue, geheimnisvolle Harmonien, und auch die Musik des Letten Peteris Vasks bewegt sich zwischen dramatischer Bewegung und innerer Stille.

 

aus dem Innersten 2016

vier Konzerte in Hannover mit dem Nomos-Quartett

 

I. "Tanz und Flug"

 


II. "Aus meinem Leben"

 

 

III. "Lyrik und Drama"

 


IV. "Nacht”

 

 

Fr. 29. April 2016, 20.00 Uhr

Schwanenburg, Wunstorfer Str. 14

 

Fr. 17. Juni 2016, 20.00 Uhr

Christuskirche

 

Fr. 23. September 2016, 20.00 Uhr

Sprengel Museum, Calder-Saal

 

Sa. 19. November 2016, 18.00 Uhr

Kreuzkirche

 


Fr. 29. April 2016, 20.00 Uhr (Terminverschiebung wegen Krankheit!)

Schwanenburg, Wunstorfer Str. 14

I. "Tanz und Flug"

Terry Riley (*1935)

aus "Salome Dances for Peace" (1989): 

Echoes of Primordial Time, Mongolian Winds, Ceremonial Night Race

Hugo Wolf

"Italienische Serenade"

Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquartett B-Dur KV 159

Rebecca Saunders (*1967)

"Fletch" – für Streichquartett (2012)

 

„Fletch“ bezeichnet im Englischen die Federn am Ende eines Pfeiles,
als Verb bedeutet es „befiedern“, und so schwirren die Klänge wie
sausende Pfeile durch Rebecca Saunders‘ neues Streichquartett.
Liegende, fremdartige Klänge bilden eine Verbindung zu Terry Rileys
„Tänzen der Salome“. Der Miterfinder der Minimal Music schöpft aus
der Musik verschiedener Zeiten und Weltgegenden und erschafft ein
einzigartiges Werk Neuer Musik. Hugo Wolfs „Italienische Serenade“
knüpft beschwingt an die Bewegungskraft der Tänze an, und Mozarts
ungewöhnliches Frühwerk lebt – wie „Fletch“ – von überraschenden,
impulsiven Klangentfaltungen.

 

19.00 Uhr: Programmeinführung durch Prof. Dr. Heinz von Loesch

Nach dem Konzert: Künstlergespräch

 

- im Rahmen von Musik 21 Niedersachsen -

 

2 Konzerte unter dem Motto "Auf dem Weg":

Fr. 17. Juni 2016, 20.00 Uhr

Christuskirche, Probensaal

II. "Aus meinem Leben"

Bedřich Smetana

Streichquartett e-Moll „Aus meinem Leben“

Béla Bartók

Streichquartett Nr. 1 op. 7 (1907/08)

Einführende Texte zu den Werken – Leonie Koch

 

 

Zwei schicksalsbestimmte Werke: Bedrˇich Smetana nennt sein

Quartett„Aus meinem Leben“. Er erzählt in romantischen, schwel-

genden Tönen: von seiner jugendlichen Sehnsucht, seinen Tanz-

vergnügen, der innigen Liebe zu seiner späteren Frau, vom Erfolg

seiner tschechisch-nationalen Musik – und der Katastrophe seiner

Ertaubung. Béla Bartók litt unter dem Scheitern seiner Liebe zu der

Geigerin Stefi Geyer und nahm mit seinem Streichquartett gleichsam

Abschied von dieser – wie auch von der Spätromantik. Nach dem „Begräbnisgesang“ des Beginns steigert sich das Werk zunehmend

und beschreibt „eine Rückkehr ins Leben vom Rande des Nichts“

(Zoltán Kodály). Frei von allen herkömmlichen Formschemata

entwickeln sich von ungarischen Bauernmelodien durchsetzte Klang-

bilder bis hin zum wilden Ende – in einereigenen Klangsprache an der

Schwelle zur Moderne.

 

Fr. 23. September 2016, 20.00 Uhr

Sprengel Museum, Calder-Saal

III. "Lyrik und Drama"

Luigi Boccherini

Streichquartett c-Moll op. 41 Nr. 1 (1788)

Alberto Ginastera (1916-1983)

Streichquartett Nr. 3 op. 40 mit Sopran (1973)

Johannes Brahms

5 Ophelia-Lieder (1873), Transkiption: Aribert Reimann (1997)

Johannes Brahms

Streichquartett c-Moll op. 51 Nr. 1 (1873)

mit Cornelia Samuelis – Sopran

 

Brahms hatte mit dem c-Moll-Quartett seine eigene Kompositionsart,
die „entwickelnde Variation“ (A. Schönberg) gefunden; der Argentinier
Ginastera gelangte in der Schweiz zu neuer Expressivität und den
Italiener Boccherini zog es nach Madrid. Zwei Werke in c-Moll bilden
den Rahmen des Programms: Beide sind in den Außensätzen geprägt
von unablässiger Bewegung und leidenschaftlicher Energie, in den
Mittelsätzen dagegen von Schmerz und Schönheit. In seinem außer-

gewöhnlichen Streichquartett mit Sopran erzählt der 1916 geborene
Alberto Ginastera – nach Texten u.a. von Garcia Lorca – in expressio-

nistischen Gesten von Liebe und Tod. Brahms‘ für Shakespeares Hamlet
komponierte Ophelia-Lieder sind Lyrik im Drama!

 

19.00 Uhr: Programmeinführung durch Prof. Dr. Heinz von Loesch

 

Sa. 19. November 2016, 18.00 Uhr  

Kreuzkirche

IV. "Nacht"

Antonín Dvořák

Notturno H-Dur op. 40

Henri Dutilleux (1916-2013)

Ainsi la Nuit (1976)

Karol Szymanowski

Nocturne op. 28 (Bearbeitung: Miroslav Skoryk)

Carlo Gesualdo

aus: Tenebrae Responsorien

Georg Friedrich Haas (*1953)

In iij Noct. (3. Streichquartett) (2001) (In völliger Dunkelheit zu spielen)

 

Dvořáks berührendes „Notturno“ führt zum geheimnisvollen „Ainsi
la Nuit“ von Henri Dutilleux, dessen 100. Geburtstag 2016 gefeiert
wird, Szymanowski bewegt sich mit „französischem Charme aus
polnischer Feder“ auf dem Weg zur Neuen Musik. Kurze Teile aus
den „Responsorien“ Gesualdos leiten über zum Nachtstück von
Haas, der aus diesen zitiert. In Dunkelheit sitzen die MusikerInnen
um das Publikum herum und erforschen faszinierende Klangland-

schaften aus dunklen Harmoniewolken, Flageoletts, Glissandi –
ein Abenteuer des Hörens!

 

17.00 Uhr: Programmeinführung durch Prof. Dr. Heinz von Loesch

Nach dem Konzert: Künstlergespräch

 

-  im Rahmen von Musik 21 Niedersachsen -

 

Veranstaltet von Pro Quartett e.V.

Die Reihe "aus dem Innersten 2016" wird unterstützt durch die

NDR Musikförderung in Niedersachsen

 

Konzert I. und IV. finden statt im Rahmen von Musik 21 Niedersachsen,

Musik 21 Niedersachsen wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur; das Kulturbüro der Landeshauptstadt Han-

nover unterstützt Musik 21 - NGNM e.V. institutionell.

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

 

Konzert II. und III. werden gefördert durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover.